Wenn Verwandtschaft zum Risiko wird

Jeder Mensch hat Merkmale und Eigenschaften, die sich auch bei nahen Verwandten wiederfinden. Das kann die Haarfarbe sein, der Humor, aber auch die Veranlagung für eine Krankheit. Eine solche Krankheit ist Darmkrebs. Die Veranlagung für diesen Krebs kann von einer Generation an die nächste weitergegeben werden.

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Mit dem Darmkrebs-Risiko-Schnellcheck erfahren Sie, ob Sie ein Risiko für familiären Darmkrebs haben und wenn ja, was Sie unbedingt tun sollten.

(Eltern, Kinder, Geschwister, Oma, Opa, Onkel, Tante, Neffe, Nichten)

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Nicht nur Schönes wird vererbt

Jedes Jahr erkranken in Deutschland rund 60.000 Menschen an Darmkrebs. Viele sind innerhalb ihrer Familie nicht die ersten mit diesem Schicksal. Wenn man nachfragt, zeigt sich oft, dass möglicherweise der Großvater oder ein anderer naher Verwandter an einem bösartigen Darmtumor erkrankt ist oder war. Dies könnte ein erster Hinweis sein, dass es eine familiäre Veranlagung und damit ein erhöhtes Risiko für diese Krebserkrankung in der Familie gibt.   

Eine familiäre Veranlagung liegt bei etwa 30 Prozent der Neuerkrankungen von Darmkrebs vor. 

Wer in der Familie hat ein erhöhtes Risiko?

Wenn es Fälle von Darmkrebs in der Familie gibt, haben alle nahen Verwandten der Erkrankten ein erhöhtes Risiko, ebenfalls an Darmkrebs zu erkranken. Insbesondere sind davon betroffen die

  • Eltern
  • Geschwister
  • Kinder
  • Großeltern
  • Enkel
  • Onkel und Tanten
  • Neffen und Nichten
  • und Halbgeschwister

der erkrankten Personen. Bei familiärer Veranlagung tritt Darmkrebs nicht nur häufiger sondern oft auch bereits im jungen Erwachsenenalter auf.

Wie hoch ist das Risiko für nahe Verwandte?

Die Höhe des Risikos hängt von der Anzahl der Darmkrebserkrankungen in der Familie und dem Alter ab, in dem diese festgestellt wurden. Das Risiko wird unterteilt in ein erbliches Risiko, für das die zugrunde liegenden genetischen Veränderungen bekannt sind, und ein familiär erhöhtes Risiko, bei dem sich das Risiko nur aus der Familiengeschichte für Darmkrebserkrankungen ergibt.

Die genetischen Veränderungen bei den erblichen Formen von Darmkrebs lassen sich mit genetischen Tests nachweisen. Wer von einem erblichen Risiko betroffen ist, hat ein bis zu achtzigprozentiges Risiko, irgendwann an Darmkrebs zu erkranken. Risikopersonen wird deshalb geraten, ab dem Alter von 25 Jahren regelmäßig an Darmkrebsvorsorge teilzunehmen.  

Für das familiär erhöhte Risiko gibt es hingegen keine genetischen Testmöglichkeiten. Hier lässt sich die familiäre Veranlagung lediglich durch Abfrage der in der Familie vorkommenden Darmkrebserkrankungen belegen. Wer von einem familiär erhöhten Darmkrebsrisiko betroffen ist, hat ein zwei- bis vierfach höheres Risiko für Darmkrebs als Menschen ohne ein solches Risiko.   

Der Anteil erblicher Formen von Darmkrebs an den jährlichen Neuerkrankungen von Darmkrebs beträgt ca. 5 Prozent. Der Anteil des familiär erhöhten Risikos liegt bei 30 bis 35 Prozent.

 

Was bedeutet das familiär erhöhte Risiko für Betroffene?

Wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass Menschen mit einer familiären Veranlagung für Darmkrebs  im Vergleich zu Menschen ohne diese Veranlagung wesentlich häufiger und vor allem oft auch in einem wesentlich früheren Alter an Darmkrebs erkranken. Ein Fall von Darmkrebs in der Familie reicht aus, damit sich das Risiko aller nahen Verwandten des Erkrankten deutlich erhöht.  Wurde die Erkrankung vor dem 60. Lebensjahr festgestellt, stellt dies einen zusätzlichen Risikofaktor dar. Sind mehrere Familienmitglieder an Darmkrebs und eventuell auch noch an anderen Krebsarten erkrankt, kann dies darauf hinweisen, dass in der Familie eine erbliche Form von Darmkrebs vorliegt. In diesem Fall gelten dann besondere Vorsorgemaßnahmen, die bereits im frühen Erwachsenenalter einsetzen sollten.

Die gute Nachricht ist: auch bei Vorliegen eines familiär erhöhten oder erblichen Risikos gilt, dass Darmkrebs sich durch Vorsorge vermeiden lässt.