Wie entsteht Darmkrebs?

Darmkrebs entsteht in der Regel in einem viele Jahre dauernden Prozess. Anders ist dies, wenn eine erbliche Veranlagung für das Kolorektalkarzinom besteht. Ob das möglicherweise auf Sie zutrifft, erfahren Sie in unserem Darmkrebs-Risiko-Schnellcheck.

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Darmkrebs – gemeint ist hier ein Dickdarmkrebs, das so genannte Kolorektalkarzinom - entsteht, wenn normale Zellen des Darmes entarten und sich unkontrolliert vermehren, wenn sie also bösartig werden. Wächst der Krebs weiter, dringt er in das umgebende Gewebe ein und zerstört es. Man spricht dann von einem invasiven Karzinom. Bei fortschreitender Erkrankung kann der Krebs auch in andere Körperregionen streuen und dort Metastasen bilden. Dieser Prozess dauert jedoch seine Zeit und beinhaltet meist Zwischenstadien, in denen das Gewebe zwar wuchert, aber noch nicht die Merkmale eines bösartigen Tumors aufweist.

Die Adenom-Karzinom-Sequenz

Man weiß heute, dass ca. 90 Prozent aller Darmkrebserkrankungen aus zunächst gutartigen Wucherungen der Darmschleimhaut hervorgehen, so genannten Adenomen oder Polypen. Sie entstammen dem Drüsengewebe der Darmschleimhaut und können im gesamten Kolon (Grimmdarm) oder im Rektum (Mastdarm) auftreten. Bis diese Adenome entarten und zu Kolorektalkarzinomen werden, verstreichen durchschnittlich 10 bis 15 Jahre. Mediziner sprechen von einer Adenom-Karzinom-Sequenz, die daraus entstehenden Tumoren werden auch als Adenokarzinome bezeichnet. Ein Dickarmkrebs entsteht also nicht von heute auf morgen. Das lässt viel Zeit, um Gewebeveränderungen im Dickdarm frühzeitig zu erkennen und der Entstehung eines Dickdarmkrebs’ vorzubeugen.

Erblicher Darmkrebs – familiäre adenomatöse Polyposis (FAP) und hereditäres nichtpolypöses kolorektales Karzinom (HNPCC, Lynch-Syndrom)

Weitaus schneller kann die Krebsentstehung bei bestimmten vererbbaren Formen von Dickdarmkrebs vonstatten gehen. Dazu zählen jene Kolorektalkarzinome, die auf dem Boden der familiären adenomatösen Polyposis (FAP) entstehen, sowie das hereditäre nichtpolypöse kolorektale Karzinom (HNPCC, Lynch-Syndrom). Ursache der FAP sind Veränderungen in der Erbsubstanz, so genannte Genmutationen. Wie ihr Name schon sagt, ist die FAP durch das Auftreten zahlreicher adenomatöser Polypen im Darm gekennzeichnet, deren Zahl mehrere Hundert bis über Tausend betragen kann. Die Erkrankung ist zwar selten, wenn sie nicht rechtzeitig erkannt und behandelt wird, führt sie aber bei praktisch allen Patienten zu einem Kolorektalkarzinom – und das unter Umständen schon im jungen Erwachsenenalter. 

Dem gegenüber ist beim HNPCC die Zahl der Polypen nicht erhöht, daher der Begriff ‚nichtpolypös’ im Namen. Nach ihrem Erstbeschreiber wird die Erkrankung auch Lynch-Syndrom genannt. Auch die HNPCC geht auf Genmutationen zurück. Wird die Veranlagung nicht rechtzeitig erkannt und unterbleiben Vorsorgemaßnahmen, entwickeln 80 Prozent der Träger einen Dickdarmkrebs, gegebenenfalls auch andere Krebserkrankungen.

 

Menschen, die die Anlagen für eine FAP oder ein HNPCC haben, sollten sich daher regelmäßig und in kurzen Abständen Darmspiegelungen unterziehen, um so den Ausbruch einer Darmkrebs-Erkrankung zu verhindern