Über Tumoren, Polypen, Adenome und Karzinome

Polypen können der erste Schritt hin zu einem Kolorektalkarzinom sein. Ob man eventuell ein erhöhtes Risiko für diese Krebserkrankung hat, zeigt der Darmkrebs-Risiko-Schnellcheck.
Tumor, Polyp, Polyposis, Adenom, Karzinom, bösartig, gutartig – im Zusammenhang mit Darmkrebserkrankungen werden Patienten mit vielen Begriffen konfrontiert, die zunächst eher verwirrend sind. Bei näherer Betrachtung lassen sich die Dinge jedoch ganz gut auseinander halten.

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Mit dem Darmkrebs-Risiko-Schnellcheck erfahren Sie, ob Sie ein Risiko für familiären Darmkrebs haben und wenn ja, was Sie unbedingt tun sollten.

(Eltern, Kinder, Geschwister, Oma, Opa, Onkel, Tante, Neffe, Nichten)

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Tumor

Der Begriff bezeichnet zunächst nur die Volumenzunahme eines Gewebes. Die Ursache kann beispielsweise eine Schwellung im Rahmen einer Entzündung sein oder aber eine Zellvermehrung. Auch sagt der Begriff nichts darüber aus, ob es sich um eine gutartige oder bösartige Geschwulst handelt. ‚Tumor’ ist also ein recht unscharfer Begriff. Radiologen sprechen bisweilen auch von einer ‚Raumforderung’. Dieser Begriff besagt einfach, dass da etwas Ungewöhnliches ist, das Raum einnimmt.

Polyp

Polypen sind Erhebungen der Schleimhaut, die in ein Hohlorgan hineinwuchern. Gut bekannt sind etwa Polypen des Darmes, die Darmpolypen oder Kolonpolypen. Ihre Gestalt kann einem Pilz ähneln, mit einem Stil und einem Kopf an der Spitze, andere sehen aus wie Hügel mit einer breiten Basis. Detaillierte Untersuchungen des Polypengewebes verraten viel darüber, wie es zu der Wucherung gekommen ist und ob sie gutartig oder potenziell bösartig ist. Man unterscheidet daher histologisch unterschiedliche Polypenarten. Darmpolypen, die sich als Folge einer Entzündung bilden, sind in der Regel gutartig, jene, die aus einem Adenom hervorgehen, bergen dagegen ein Entartungspotenzial. Menschen, die an der familiären adenomatösen Polyposis FAP leiden, haben in ihrem Darm Hunderte adenomatöser Polypen mit hohem Entartungsrisiko. Ohne Behandlung entwickeln sie sich praktisch immer zu einem Darmkrebs.

Adenom

Ein Adenom ist ganz allgemein eine Vermehrung von Drüsengewebe. Adenome kommen häufig im Darm vor und gelten als Vorstufen von Darmkrebs. Um diese Weiterentwicklung zu einem Karzinom zu verhindern – Ärzte sprechen von einer Adenom-Karzinom-Sequenz – werden Adenome entfernt, nach Möglichkeit bereits im Rahmen einer Darmspiegelung (Koloskopie).

Karzinom

Ein Karzinom ist ein bösartiger Tumor, ein Krebs also, der der obersten Zellschicht in einem Hohlorgan oder einem Gang entstammt. Dementsprechend gibt es beispielsweise ein Gallengangskarzinom, ein Blasenkarzinom oder eben ein Kolonkarzinom und ein Rektumkarzinom . Letztere werden auch als Kolorektalkarzinom bzw. Dickdarmkrebs zusammengefasst. Wenn bei einem Menschen ein Karzinom entdeckt wird, versuchen Ärzte, das Krankheitsstadium näher zu beschreiben. Dazu dient die Tumorklassifikation, genauer die TNM-Klassifikation. Damit werden Größe und Ausbreitung des Tumors beschrieben (T), das Fehlen oder Vorhandensein von Krebszellen in Lymphknoten (N, für lateinisch Nodus: der Knoten) sowie das Auftreten von Metastasen in anderen Geweben (M).