Vorsorgeangebote nutzen, Darmkrebs vermeiden

Darmkrebs lässt sich durch Vorsorge im heilbaren Frühstadium erkennen oder auch ganz vermeiden. Die Krankenkassen bieten Darmkrebsvorsorge erst ab dem 50. Lebensjahr an. Für Menschen mit einer familiären Veranlagung für Darmkrebs kommt dieses Angebot meist zu spät, da Darmkrebs bei ihnen häufig schon im frühen Erwachsenenalter entsteht. Ein Modellprojekt für junge Versicherte schließt nun diese Versorgungslücke.

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Werden Sie aktiv gegen Darmkrebs!

Die gute Nachricht vorweg: Gegen Darmkrebs kann man etwas tun.

Die wichtigsten Vorsorgemaßnahmen sind der immunologische Test auf verstecktes Blut im Stuhl und die Darmspiegelung. Mit der Darmspiegelung lassen sich vorhandene Tumoren sowie auch die gutartigen Vorstufen von Tumoren früh erkennen. Durch Abtragen der Vorstufen während der Untersuchung wird verhindert, dass sie sich später zu Krebs entwickeln. Der immunologische Stuhltest erkennt vorhandene Tumoren mit einiger Zuverlässigkeit, nicht aber die gutartigen Vorstufen. Deshalb muss ein positiver Test immer durch eine Darmspiegelung abgeklärt werden.

Die Kosten der Darmkrebsvorsorge werden von den Krankenkassen bei Menschen über 50 Jahren übernommen. Für Menschen mit einer familiären Veranlagung für Darmkrebs, die ein zum Teil hohes Risiko haben, vor dem Alter von 50 Jahren an diesem Tumor zu erkranken, gibt es gegenwärtig dagegen keine bezahlten Vorsorgenmaßnahmen. Ein Grund, warum Darmkrebs bei jungen Menschen mit familiärer Veranlagung für Darmkrebs oft erst im  fortgeschrittenen Stadium erkannt wird und dann nicht mehr heilbar ist.

FARKOR, ein bayerisches Modellprojekt

Die bayerischen Ärzte und Krankenkassen haben ein Modellprojekt ins Leben gerufen, das sich gezielt an Versicherte im Alter von 25 bis 49 Jahre im Bundesland Bayern richtet. Ziel ist es, eine familiäre Veranlagung möglichst früh zu erkennen und Betroffenen dann kostenfreie Vorsorgemaßnahmen anzubieten.

Notwendige Ergänzung der gesetzlichen Früherkennung

FARKOR ist eine Abkürzung des Projektnamens „Vorsorge bei familiärem Risiko für das kolorektale Karzinom“ (kolorektales Karzinom ist der medizinische Name für Darmkrebs). Das Angebot richtet sich an junge Menschen, um eine eventuell vorhandene  familiäre Veranlagung möglichst früh zu erkennen und durch passende Vorsorgemaßnahmen das Entstehen bösartiger Darmtumoren zu vermeiden. Die Früherkennung der Veranlagung erfolgt in der Arztpraxis durch die Abfrage der Familiengeschichte für Krebserkrankungen.

An dem Projekt teilnehmen können Versicherte im Alter von 25 bis 49 Jahren in Bayern. Einen am Projekt teilnehmenden Arzt in Wohnortnähe findet man auf der auf der Website angebotenen Arztsuche.

Was passiert beim Arzt?

Der Arzt wird Sie zunächst bitten, Ihre Zustimmung zur Teilnahme an dem Modellprojekt FARKOR zu bestätigen. Er wird Sie dann zunächst nach Krebserkrankungen in der Familie mit dem Fokus auf Eltern, Geschwister, Kinder und Großeltern fragen. Sollten sich dabei Anhaltspunkte für ein erhöhtes Darmkrebsrisiko ergeben, wird er zusätzlich nach Krebserkrankungen bei weiteren Verwandten fragen. Auf diese Weise kann er feststellen, ob Sie eine familiäre Veranlagung für Darmkrebs haben. Sollte dies der Fall sein, wird er Sie über Vorsorgemaßnahmen und -strategien informieren, die geeignet sind, dem Entstehen von Darmkrebs vorzubeugen.  

Wichtig: Alle FARKOR-Leistungen sind für Sie kostenlos!

Bitte beachten Sie aber, dass das Projekt nur für begrenzte Zeit läuft: von 1. Oktober 2018 bis 31. März 2020.